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Donnerstag, 19. Mai 2011

Du bist nicht der einzige Gefangene

19.05.2011, Melf Sorgenfrei (FaMI09)

Gitter © Peter Reinäcker/ PIXELIO
Du bist nicht der einzige Gefangene,
auch wenn du das immer glaubst.
Es gibt immer jemanden,
der schlechter dran ist, glaub mir.
....
Ich will nicht schlau daherreden,
das überlasse ich dir.
Vielmals Entschuldigung,
ich habe es immer so gemeint.

Ewig ist nur der Zustand,
den du nicht erreichst und trotzdem
verfolgen dich die Chancen,
die du ausgelassen hast.

Dann kommt auch der Hohe
Er zeigt dir keinen Weg und keine Lösung.
Vielleicht Verwirrung
Eher Abspaltung.

Bereits zuletzt erwähnt
Ist die Aussicht nicht die Einsicht
Einstecken müssen
Wieder aufstehen

19.05.2011, Melf Sorgenfrei (FaMI09)

Ein Wochenende ohne Medien

19.05.2011, Mona Indorf (DQF09)

Im Rahmen des 13-2 Projekts von Schülerinnen aus der Klasse DQF08 unserer Schule, welche das Medienverhalten von Jugendlichen zwischen 16 und 20 Jahren untersuchen, nahm ich an einem Versuch teil, bei dem es darum ging, ein Wochenende lang ohne Medien auszukommen. Wie es mir dabei ergangen ist, könnt ihr im folgenden Artikel nachlesen.
Die Aufgabe war es, von Samstag um 06.00 Uhr bis Sonntag 15.00 Uhr ohne Medien auszukommen. Das einzige, was man benutzen durfte, waren Printmedien (Zeitung, Zeitschriften...) und MP3-Player hören war auch erlaubt.

Die ersten Stunden waren schnell überbrückt, weil ich erst einmal schön ausgeschlafen hatte, bevor mein Tag losgehen sollte. Nach dem Aufstehen und Fertigmachen kam die erste Hürde, das Frühstück. Natürlich hatten meine Eltern keine Lust mit an dem Versuch teilzunehmen und wollten nicht auf das Radio am Frühstückstisch verzichten. Da sie es aber auch blöd fanden, dass ich dann alleine in meinem Zimmer hätte frühstücken müssen, wurde das Radio so lange ausgemacht, wie ich im Raum war.

Das Handy- und Telefonverbot war schon ein wenig blöd, weil man nicht mal eben kurz bei seinen Freunden anrufen konnte, um sich zu verabreden oder um einfach nur so zu quatschen. Aber im Grunde fand ich es jetzt nicht ganz so dramatisch, das Handy einfach mal für 2 Tage abzuschalten.

Auf den Computer/Laptop zu verzichten, war auch nicht so schlimm, außer wenn ich etwas für die Schule hätte vorbereiten müssen, denn dafür brauche ich das Internet schon ziemlich häufig. Natürlich bleibe ich auch mit vielen Freunden über das Internet in Kontakt und schreibe viele E-Mails, aber es war kein großes Problem für mich, das einmal für ein paar Tage sein zu lassen.
Am schlimmsten war es eigentlich, auf das Radio zu verzichten, weil es für mich zum Alltag gehört, dass ständig das Radio nebenher läuft, vor allem morgens. Jetzt war es so still in meinem Zimmer und das Ticken der Uhr, welches mich sonst eigentlich nicht besonders stört, wurde immer unerträglicher. Zum Glück war es erlaubt, mit dem MP3-Player, der vor dem Wochenende nochmal schön aufgeladen wurde, Musik zu hören. Deswegen schloss ich diesen erst einmal an meine Boxen an. So war es doch gleich viel einfacher, die Tage zu überstehen.

Weil ich auch sonst noch viel zu tun hatte, ging der Samstag eigentlich ziemlich schnell rum. Dann kam der Samstagabend und das war dann doch schon eine kleine Herausforderung. Viele Freunde hatten natürlich keine Lust, abends auf das Fernsehen zu verzichten und da an diesem Abend auch noch ein Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft stattfand, fiel das schon mal weg. Stattdessen nahm ich mir die Tageszeitung vor und las ein paar Artikel, die ich interessant fand. Danach machte ich es mir mit einem Buch in meinem Bett gemütlich, weil ich schon lange nicht mehr zum Lesen gekommen war. Zwischendurch hörte ich immer wieder den Torjubel von nebenan. So bekam ich wenigstens mit, dass Deutschland am Gewinnen war. Leider gefiel mir das Buch überhaupt nicht und deswegen ging ich an diesem Wochenende ausnahmsweise etwas früher schlafen. Tut ja auch mal ganz gut, vor allem, weil in der Nacht die Uhren vorgestellt wurden wegen der Sommerzeit, und so hatte ich wenigstens ein paar Stunden mehr Schlaf.
Am Sonntag schlief ich erst einmal wieder schön lange aus, um 15.00 Uhr sollte ja alles vorbei sein. Ich wartete jetzt nicht wie eine Verrückte darauf, dass es endlich soweit war und stürzte mich auch nicht sofort auf meinen Laptop und den Fernseher, als die Zeit vorüber war. Dazu kam, dass es an diesem Wochenende sehr sonnig und warm war und man auch viel draußen unternehmen und das schöne Wetter genießen konnte.

Das Erste, was ich nach Ablauf der Zeit machte, war, das Handy und das Radio anzuschalten, mehr erst einmal nicht. Später kam dann natürlich auch der Rest dazu.

Abschließend würde ich sagen, dass es jetzt kein großes Problem für mich war, ein paar Tage auf bestimmte Medien zu verzichten. Aber für längere Zeit würde ich es nicht durchhalten. Mir würde dadurch der Kontakt zur Außenwelt fehlen, weil ich zum Beispiel das Telefon und auch das Internet täglich nutze, um mit Freunden zu reden oder in Kontakt zu bleiben. Briefe als Alternative würden mir dazu viel zu lange dauern.

Außerdem hat diese Vielzahl von existierenden Medien für mich einen viel größeren Unterhaltungswert, als wenn ich mich nur auf einzelne beschränken müsste. So habe ich eine Auswahl, welches Medium ich zu bestimmten Themen und Umständen am interessantesten oder informativsten finde.

19.05.2011, Mona Indorf (DQF09)

Leseempfehlung: Die Eleganz des Igels von Muriel Barbery

19.05.2011, Nesrin Al-Mofleh (DQF09)

Der Roman „Die Eleganz des Igels“ von Muriel Barbery erzählt die berührende und mitreißende Geschichte des Lebens zweier äußerlich unterschiedlicher Frauen, welche im Laufe der Zeit bemerken, dass sie eine besondere Bindung zueinander haben. Es ist ein ergreifender Roman über eine 54-jährige verwitwete, intellektuelle Hausmeisterin und ein feinsinniges, überaus intelligentes 12-jähriges Mädchen, die in der Rue de Grenelle 7, im 6 Arrondissement von Paris leben. Beide Frauen sind empfänglich für die Schönheit des Lebens und das Leid, welches das Leben mit sich bringt.
Die Hausmeisterin Renée Michel, auch Madame Michel genannt, lebt schon seit über 27 Jahren in dem Stadtpalais der Rue de Grenelle 7. Sie versucht klischeehaft der Außenwelt, sprich ihren reichen Arbeitgebern, zu vermitteln, dass sie ein durchschnittliches und einfältiges Leben führt. Sie kann ihrer Intellektualität nur in ihrer Wohnung, der sog. Loge, Ausdruck verleihen. In Wirklichkeit ist sie sehr belesen und überaus gebildet, sie ist intensiv mit den großen Werken der Literatur und Philosophie vertraut. Sie bemüht sich darum, dass ihr tiefsinniger Blick auf Menschen, welche sie analysiert, nicht publik gemacht wird. Jedoch kommt Paloma Josse dem Doppelleben Renées auf die Spur. Paloma selbst führt ein Doppelleben. Sie versucht, ihre überdurchschnittliche Intelligenz und ihren überaus großen Intellekt, so gut es geht mit dem Charme der Jugend zu überspielen. Sie sieht sich selbst als Rohdiamanten an, welcher in der heutigen Welt keinen Platz finden kann. So ist sie des Lebens müde und schreibt zwei Tagebücher: „Tagebuch der Bewegung der Welt“ und das Tagebuch „Tiefgründige Gedanken“. In den Tagebüchern philosophiert sie über den Sinn des Lebens und der Schönheit der Welt, bis hin zu dem Plan, sich an ihrem 13. Geburtstag das Leben zu nehmen. Das Leben eines angepassten Erwachsenen zu führen, ist für sie in ihrer jetzigen Verfassung unvorstellbar. Sie sieht in den kleinsten Dingen des Alltags eine Besonderheit, welche für sie eine tiefere Bedeutung hat. Das Leben der beiden Frauen scheint eine einzige Fassade zu sein, bis der japanische Geschäftsmann Kakuro Ozu in das Stadtpalais der Rue de Grenelle einzieht. Er verändert überraschend das Leben aller Bewohner des Hauses und am allermeisten das Leben von Renée und Paloma. Es entwickelt sich eine viel versprechende Freundschaft der Hauptcharaktere. Paloma entdeckt durch eine Tragödie ihren persönlichen Sinn des Lebens und sieht die Schönheit der Welt mit anderen Augen.
„Die Eleganz des Igels“ ist ein zum Nachdenken anregendes, kritisches Buch über die am meisten gestellte Frage nach dem Sinn des Lebens und der Schönheit in der Welt. In diesem Roman wird das Leben auf eine faszinierende Art und Weise widergespiegelt und es ermöglicht neue Denkweisen zu alltäglichen Dingen im Leben und zur Dissoziation der Charaktere im Buch, da es unglaublich realitätsnahe Themen anspricht. Denn dieser Roman lässt es zu, nach dem Sinn des Lebens zu fragen und die Lust zu verspüren, etwas Lustiges sowie Trauriges, zu lesen, wo man Freude an der Sprache und Schönheit entdeckt, denn es eröffnet jedem Menschen durch das Lesen eine neue Welt der Ästhetik, Literatur und Sprache. Daher empfehle ich dieses Buch an all jene, die genau danach suchen und noch darüber hinaus. Es ist eine Botschaft, das Leben so anzunehmen mit all seinen Facetten, die Schönheit in den Dingen des alltäglichen Lebens zu erkennen und nicht gegenüber den Anforderungen des Lebens zu resignieren. Vergleichbar mit Palomas Situation, die ihr Leben beenden möchte, damit sie nicht so ein Leben wie die verhassten Erwachsenen führen muss. Renée eröffnet ihr dabei eine neue Sichtweise auf das Leben selbst. Sie zeigt ihr, dass das Leben auch anders ablaufen kann als erwartet, bzw. wie es absehbar erscheint. Auch zu empfehlen ist der Film zum Buch „Die Eleganz der Madame Michel“.

19.05.2011, Nesrin Al-Mofleh (DQF09)

Filmkritik zu „Black Swan“. Mitreißend, erschreckend - und abgenudelt?

19.05.2011, Sophie Barkey (DQF09)

Eine fanatische Ballerina, düstere Atmosphäre und verstörende Momente – das alles hat der zu Jahresanfang erschienene Kinofilm „Black Swan“ zu bieten.
Blau und blutig hat sie sich die Füße getanzt, mit angestrengtem Gesicht – jede Bewegung kontrollierend – so wie ihr Leben kontrolliert wird von zwei Dingen: Das eine ist ihr Ballett; das Tanzen in einer ausgewählten Gruppe, das damit verbundene tägliche Training, die ständige Gewichtskontrolle und der große Wunsch nach der großen Rolle.
 
Ihr anderer Gedanke gilt den Vorstellungen ihrer überehrgeizigen Mutter, die selber das Ballett für die Schwangerschaft aufgegeben hat und will, dass ihre Tochter nun die Beste ist. Diese wohnt mit Mitte Zwanzig noch immer in ihrem Mädchenzimmer, auf dem Nachttisch eine Spieluhr, die das Lied vom Schwanensee spielt.

Einen Freund oder überhaupt Freunde hat sie nicht.
Nina Sayer heißt die überkontrollierte, psychisch Verunsicherte. Sie ergattert, wie lang ersehnt, beide Hauptrollen in der nächsten Aufführung ihrer Akademie: Tschaikowskys Schwanensee. Sie soll den Weißen Schwan, liebenswürdig und unschuldig, und den Schwarzen Schwan, leidenschaftlich und unkontrolliert, tanzen. Der kritische französische Ballettmeister Thomas ist nicht sicher, ob sie es schafft, die Rolle des letzteren gänzlich zu verkörpern und er versucht immer wieder, sie aus der Reserve zu locken.

Nina will es unbedingt schaffen, ihn zufrieden zu stellen und trainiert mehr denn je. Sie stürzt sich Hals-über-Kopf in die Schizophrenie zwischen den zwei Rollen und geht kaputt daran.
Im Laufe des Films verwischt sich die Wirklichkeit mit Ninas Paranoia.

Existiert die selbstbewusste, attraktive neue Tänzerin Lilly, die Nina so viel Konkurrenz macht, überhaupt in Wirklichkeit? Und, ist die schwarze Feder, die Nina sich aus einer immer wieder aufgekratzten Wunde am Schulterblatt pult, halluziniert?

Der neueste Film von US-Regisseur Darren Aronowsky trägt wahrlich nicht umsonst den Stempel „Psychothriller“ und nicht „Tanzfilm“.

Der Film wird erschreckend real durch die meisterhafte Darstellung der Nina durch Oskar-Preisträgerin Natalie Portman, die selber in ihrer Jugend Ballett tanzte, und sich Monate lang auf den Film vorbereitete. Ein zusätzlicher Faktor, der den Film so verstörend macht, ist die teils aufdringliche, hektische Kameraführung: Es wird bei Tanzeinlagen mit im Kreis geschwungen, aus der Beobachtungsperspektive gefilmt und es werden eindrucksvoll schnörkellose Nahaufnahmen gezeigt.
Aronowsky zeigt in seinem Film die absolut brutale Seite des Ballettsports, in dem es nur an die Spitze schafft, wer sich mit Druck, Schmerz und Stress arrangieren kann, die Konkurrenz skrupellos ausschaltet und am besten kein Sozialleben hat. Nina jedenfalls gab fürs Ballett ihr ganzes Leben auf.
Trotz der aufreibenden Wirkung, die der Film auf seine Zuschauer ausübt, hat er bei genauerer Betrachtung seine Mängel.

Die Geschichte von der enttäuschten Mutter, die ihrem Kind ein Leben aufzwingt, das ihr versagt worden blieb, ist nichts Neues und eindeutig sehr klischeehaft. Was eine verzweifelte Mutter ihrem Kind antun kann, wissen wir alle aus jeder zweiten US-Serie und ist als Idee nicht wirklich überzeugend.

Ninas zahlreiche psychische Erkrankungen lassen einen zunehmend den Überblick verlieren, bis man irgendwann einfach nur noch aufgewühlt ist. Ständig fragt man sich: „Was ist denn nun mit ihr?“, ohne je eine Antwort darauf zu bekommen. Mögliche Antworten verlaufen sich im Bodenlosen. Ninas Handlungen können irgendwann einfach damit abgetan werden, dass sie ein psychisches und physisches Wrack ist. Das ist ein wenig schade um den eigentlich wirklich gut gemachten Film.

„Black Swan“ lässt den Zuschauer 117 Minuten lang seine Umgebung und zwischendurch auch das Atmen komplett vergessen und ist definitiv kein netter Film für zwischendurch. Alles in allem ein gelungener Film, gescheitert nur im Hinblick auf die zu platten, plakativen Klischees.

19.05.2011, Sophie Barkey (DQF09)

Wählen hoch 5 - Am 22. Mai mitbestimmen und die eigenen Rechte wahrnehmen

9.05.2011, Sophie Barkey (DQF09)

Wenn in der Stadt überall Plakate mit kernigen Wahlsprüchen zu lesen sind, wenn die Politiker sich verstärkt öffentlich präsentieren und im SZ Utbremen Aufrufe an mögliche Wahlhelfer verteilt werden – dann bemerkt es selbst der letzte Nicht-Zeitungsleser: Die vier Jahre sind mal wieder um - es stehen Wahlen an!

Am 22. Mai wird erneut die Bremer Bürgerschaft gewählt. Auch die Wahlen zu den Beiräten der Stadtgemeinde Bremen und die Wahl zur Stadtverordnetenversammlung Bremerhaven fallen auf dieses Datum. Sie werden separat zu den Bürgerschaftswahlen erfolgen.
Es gibt einige Veränderungen, die einen größeren Einfluss für die wählenden Bürger beabsichtigen. Die wohl wichtigste Änderung ist das neue Wahlrecht.

Dr. Andreas Mackeben vom Schnupperwahllokal in der Bürgerschaft betont: „Das neue Wahlrecht gibt den Bürgern nicht mehr Einfluss in dem Sinne, dass sie mehr als vorher bestimmen könnten. Es bedeutet vielmehr, dass ihnen eine größere Entscheidungsvielfalt geboten wird. Dadurch können sie ihre Bedürfnisse und Meinungen besser ausdrücken und geltend machen.“
„Gib mir Fünf“ - unter diesem Namen läuft die Informationskampagne zum neuen Wahlrecht, angeleitet von der Bremischen Bürgerschaft. Herr Dr. Mackeben und die verschiedenen Schnupperwahllokale in ganz Bremen sind Teil dieser riesigen Kampagne. Es wird versucht, möglichst viele Wähler auf das neue System vorzubereiten, um ungültige Stimmen zu vermeiden. Herr Dr. Mackeben, der im Wissenschaftlichen Dienst der Bürgerschaft tätig ist, gibt sich zuversichtlich: „Ich glaube nicht, dass es all zu viele ungültige Stimmen geben wird. Ein paar sind leider immer dabei, aber wir hoffen natürlich mit der Kampagne viele Wähler aufgeklärt zu haben. Das System an sich ist - für den Wähler zumindest - wirklich einfach.“
Denn mit „Gib mir fünf“ ist kein freundschaftlicher Gruß gemeint, sondern die fünf Stimmen, mit denen jeder Bremer von nun an wählen kann. Sie können beliebig auf die verschiedenen Kandidaten oder Parteien verteilt werden.

Es liegt dabei an einem selbst, wie genau man sie vergibt – die Hauptsache ist, dass am Ende nur fünf Kreuze auf dem Wahlbogen zu finden sind und keines mehr gemacht wurde. Bei sechs hat man eben Pech gehabt und der ganze Wahlbogen ist ungültig.

Völlig frei können Stimmen für die Wunschkoalition abgegeben werden, die Lieblingskandidaten von verschiedenen Parteien angewählt oder alle Stimmen auf eine Person bzw. Partei gebündelt werden. Die Möglichkeiten sind zahlreich und alle Variationen zulässig, solange eben höchstens fünf Kreuze gemalt wurden. Jedes Kreuz zählt im Übrigen gleich viel.
Das alte Wahlrecht sah für jeden Wähler nur eine Stimme vor und der Stimmzettel enthielt nur die ersten fünf Kandidatinnen und Kandidaten der jeweiligen Parteien. Nun steht auf dem Stimmzettel die ganze Liste der Partei. Das bedeutet, der Wähler kann aus einer großen Palette Personen auswählen, welche er für würdig erachtet, diese Stadt zu führen. So könnte sogar der letzte Kandidat auf der Liste, wenn er oft gewählt wurde, in die Bürgerschaft einziehen.
Besonders interessant und neu hierbei ist, dass der Stimmzettel zu allen Kandidaten und Kandidatinnen Angaben bezüglich ihres Berufes, Alters und Stadtteils enthält.

Jedem Haushalt wird außerdem vor der Wahl ein Musterstimmzettel zugesandt, so kann man sich im Vorfeld genauer über die Kandidaten informieren.

Die Auswertung der Stimmzettel wird in den Tagen nach der Wahl erfolgen und sich erdenklich komplizierter gestalten, als in den Jahren zuvor. Somit wird es am Wahlabend noch zu keiner sicheren Festlegung der Plätze kommen, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach, nur zu einer ungefähren Einschätzung bezüglich der Sitzverteilung insgesamt.
„Hoffentlich schaffen wir das!“, frohlockt Andreas Mackeben. „Zuerst wird hochgerechnet, wie viele Stimmen die Parteien insgesamt bekommen haben. Dabei werden Stimmen für Liste oder Kandidat noch nicht getrennt.“, erklärt er. „In den Tagen darauf wird dann genau ausgewertet, welche Kandidaten tatsächlich einen Platz in der Bürgerschaft bekommen. Die Mandate werden dann nach Sainte-Laguë verteilt. Das ist das Auszählungsverfahren, das in Bremen schon seit 2003 verwendet wird.“

Besonders erfreulich ist auch, dass die 16-Jährigen erstmalig wahlberechtigt sind. Das betrifft auch viele Schüler unserer Schule. Die Politiker sind zu dem Entschluss gekommen, dass man mit 16 Jahren in der Lage ist, sich eine eigene Meinung bilden zu können – auch im politischen Bereich. So wird es hoffentlich viele 16-Jährige Erstwähler geben, die diese Annahme beweisen.
Das Wahlrecht ist ein Recht, für das viele Generationen vor uns auf die Straße gegangen sind; um das besonders Frauen hart kämpfen mussten und welches die erste und einfachste Möglichkeit zum Mitbestimmen ist. Es ist ein Privileg, nach dem sich die Menschen anderer Länder auch heute noch sehnen, und jeder sollte dieses Grundrecht in einem fortschrittlichen Land wie Deutschland für sich ernst nehmen.
Wer wählt, bestimmt mit. Wer wählt, nimmt den Rechtsradikalen prozentual an Stimmen. Wer wählt, nimmt seine eigenen Bedürfnisse und Meinungen ernst. Wer wählt, hat etwas zu sagen.

Wenn jeder denkt, seine Stimme würde nicht viel ausrichten und deswegen nicht zur Wahl kommt, wäre das Ergebnis total verfälscht. Es würde nicht die Meinung aller Bürger repräsentieren.
Diejenigen, die partout keiner Partei ihr Vertrauen schenken und es von keinem Schwerpunkt im Wahlprogramm abhängig machen wollen, können immer noch ihren Wahlzettel ungültig ausfüllen. Nicht besonders effektiv, aber so wird es immerhin prozentual eine Stimme weniger für die rechten Parteien geben, denen wir in Bremen eine eindeutige Abfuhr erteilen müssen.

Und wer meint, nicht wählen zu können, weil er keine Ahnung von Politik habe, sollte sich dringend über die Parteien und deren grundlegende Schwerpunkte informieren. Letztendlich ist doch jeder betroffen von dem, was in der eigenen Stadt vor sich geht.

Jede Stimme zählt. Und dieses Mal haben wir sogar fünf davon.

Weitere Infos sind zu finden unter http://www.5stimmen.de/ oder in den verschiedenen Schnupperwahllokalen.

19.05.2011, Sophie Barkey (DQF09)

Wikileaks – die neue Generation des investigativen Journalismus

19.05.2011, Simon Fischer (DQF09)

Seit nunmehr 5 Jahren gewinnt die vierte Gewalt immer mehr an Macht. Eine Gruppe anonymer Informationsjäger ist entschlossen diese Welt zu verändern, doch wie und mit welchen Folgen?

Jeder hat schon mal von Wikileaks gehört. Wenn nicht spätestens bei der Veröffentlichung der US-Diplomaten-Depeschen, dann als in der Region um Nordafrika der Umsturz begann. Wikileaks polarisiert und beschwört eine kontroverse Debatte über Verantwortung und die Grenzen der Informationsfreiheit. Da auch ich mich diesem Bann nicht entziehen konnte, bin ich in die Welt der unsagbar geheimen Daten eingetaucht, die Wikileaks ans Licht gebracht hat.
Es war abends. Mein Zimmer wurde nur durch das Flackern meines Monitors erleuchtet. Mein Nachbar kochte wohl gerade (…Altbauwohnungen). Eine sehr filmische Atmosphäre also, in der ich das erste Mal eine Tür aufstoße, die so viele lieber verschlossen wüssten.

Ich tippe ein: „Wikileaks.info“, enter, innerhalb einer Sekunde steht mir offen, was vor einigen Jahren nur Geheimdienstmitarbeiter und wenige Auserwählte zu Gesicht bekamen. Die Seite, muss man sagen, ist allerdings sehr einfach aufgebaut. Sie scheint wie ein kleines Wikipedia. Ein Zitat vom Time Magazin: „... could become as important a journalistic tool
as the Freedom of Information Act.“, das Wort Wikileaks in 8-facher Vergrößerung, darunter ein paar Sätze. Eigentlich enttäuschend möchte man meinen, immerhin handelt es sich um eine Plattform, die die Herrscher aller Herren Länder in Atem hält. Das Scrollrad meiner Maus surrt leise und entblößt eine endlos lange Liste von Links. Man findet Daten, die Afghanistan, den Irak, Guantanamo, Universitäten, Banken, die US Botschaft, aber auch Yahoo oder Gmail betreffen.
Ich fühle mich erschlagen – klicke ein paar Links an, die vielversprechend klingen. Guantanamo, Files 2011. Die Seite öffnet sich - oben in der Ecke Julian Assange in Denkerpose, „Keep us Strong – help Wikileaks keep Governments open“ steht neben ihm geschrieben. Des Weiteren zeigt die Seite ein Bild eines knienden, gefesselten Mannes im orangefarbenen Overall. Der Rest der Seite enthält eine Zusammenfassung der über 799 geheimen Akten, der sich Wikileaks habhaft gemacht hat und scheinbar eine Gebrauchsanweisung, wie die Inhalte zu lesen sind, z.B. der Hinweis darauf, dass in diesen Akten keine Namen zu finden sind, weil die Häftlinge in der Haftanstalt keine Namen, sondern „Seriennummer“ kriegen, die sich aus Namen, Herkunft, etc. zusammensetzen. Eine ziemliche Blamage, was in diesen Akten alles ans Licht kommen muss.

Auf der Hauptseite stoße ich auf das, was ich gesucht habe: Mirrors. Diese „Spiegel“ ermöglichen es jedem von uns, die gesamten Informationen, die Wikileaks beschafft hat, auf unseren Rechnern zu speichern. Im Klartext heißt das, dass diese Informationen nie wieder aus dem Netz zu entfernen sind. Ein simpler aber effektiver Weg, potentiellen Gegnern zu zeigen, dass das Sperren der Seite aussichtslos ist. Sollte es trotzdem wieder dazu kommen, verfügt Wikileaks inzwischen über mehr als 1200 Server, die komplett eigenständig laufen.
Aufmerksamen Lesern wird es aufgefallen sein: Ja es ist passiert, dass Wikileaks vorübergehend gesperrt wurde. Dies geschah auf Grund der Klage von Julius Bär, die führende Private Banking-Gruppe der Schweiz, im Februar 2008. Auch versuchte man Twitter posts, die empfindliche Informationen betrafen, zu zensieren. Allerdings brannte daraufhin weltweiter Protest los. Immerhin ist Meinungsfreiheit ein Menschenrecht.
Nicht nur mit Regierungen hatte Wikileaks schon Probleme. Daniel Domscheit-Berg, zweitwichtigster Mann von Wikileaks, distanziert sich schon 2009 von Assange und dessen – wie er sagt - diktatorischer Art. Während vorher fast durchweg Lob für Wikileaks zu hören war, werden nun Stimmen laut, die kritisieren, dass sensible, ungefilterte Informationen, eine nicht unerhebliche Gefährdung für privat Personen darstellen. 2010 kehren viele Unterstützer Wikileaks den Rücken. Server gehen offline und Benutzerkonten werden gesperrt. Einen Monat nach dem Haftbefehl gegen „Wikileaks’ Gesicht“ Assange. Der gebürtige Australier ist wegen sexueller Belästigung in Schweden angeklagt, schafft es aber, sich einen Monat vor der Autorität zu verbergen, bis er sich im Dezember in Britannien stellt. Das Verfahren sollte im Januar und Februar aufgenommen werden, wurde jedoch auf Juli vertagt.
Doch wie geht es nun weiter?

Die nächste Veröffentlichung wird wohl den Bankensektor der USA treffen. Allein diese Vermutung hat die Börsen schon in Unruhe versetzt. Daniel Domscheit-Berg hat eine Plattform gegründet, die nur als Wiedergabegerät für die Whistle Blower (Informanten) dienen soll. Es werden also nur Daten veröffentlicht und geschützt, anstatt aktiv zu sammeln und zu prüfen. Wikileaks selber hat es sich zum Ziel erklärt, in Island einen so genannten Datenhafen zu errichten – ein Land mit optimalen Bedingungen für Journalisten.

Doch wollen wir wirklich in einer Welt leben, wo alle Informationen frei zugänglich sind? Das Bewusstsein dafür, was tagtäglich für grausame Dinge geschehen, mag der eine oder andere schon vorher gehabt haben, aber mit anzusehen wie Zivilisten von panzerbrechender Munition in Stücke gerissen werden, ist definitiv etwas anderes. Und was ist mit den Vorwürfen, dass die Veröffentlichung solcher Daten, unsere Sicherheit gefährdet?

Ist es das wirklich Wert?

19.05.2011, Simon Fischer (DQF09)

TAI – Was verbirgt sich hinter dieser Abkürzung?

19.05.2011, Daniel Schlüter (I10B)



© David Stichling, PIXELIO
Tai, oder richtig geschrieben TAI, hat natürlich nichts mit dem gleichnamigen Land zu tun, sondern ist eine Abkürzung für einen Bildungsgang am Schulzentrum Utbremen. Vor der Fachoberschule habe ich diesen besucht und möchte ihn hier kurz vorstellen.

TAI steht für Technische(r) Assistent(in) für Informatik – so wird auf der Schulhomepage deutlich gemacht, dass die Ausbildung sowohl für männliche als auch weibliche Auszubildende vorgesehen ist, allerdings sind Letztere leider völlig in der Minderheit oder gar nicht vorhanden.
Die Ausbildung dauert zwei Jahre, es ist eine vollschulische Assistentenausbildung, für die man mindestens den Realschulabschluss braucht.

Neben der Installation, Konfiguration und Wartung von Betriebssystemen und deren Vernetzung gehört auch die Softwareentwicklung, also die Programmierung, zu den Schwerpunkten. Daneben gibt es auch die allgemeinbildenden Fächer Mathe, Physik, Deutsch, Englisch, Politik und Sport.

Mit dem Abschluss kann man entweder in den Beruf starten und sich als Technischer Assistent für Informatik bewerben oder, wie ich, die Fachoberschule mit dem Schwerpunkt Informatik besuchen, womit dann die Fachhochschule besucht werden kann. Weiterhin ist es eine Basis für eine mögliche weiterere Ausbildung im Bereich der Softwareentwicklung oder der Systemadminstration. Ich würde es auch als "Orientierungsstufe der Informatik" bezeichnen.

19.05.2011, Daniel Schlüter (I10B)

Der Vampirhype – Flucht vor Blutsaugern ist zwecklos

19.05.2011, Sophie Barkey (DQF09)

Vampire © Didi01/ PIXELIO
Unsere Zeit ist schon irgendwie sonderbar. Allerlei Skurriles, Abstruses und Erstaunliches findet sich bei uns. Das zieht sich von ehrgeizigen Eltern, die durch ihre Kinder leben möchten und sie auf Laufstege jagen, auf Hochintelligenz testen lassen und sie zum Musikunterricht zwingen, weiter über eine Politik, die allein für Wahlen gemacht zu werden scheint, hin zu einem Fernsehen, das von schlecht geschauspielerten Schicksalsgeschichten und platten Talkshows dominiert wird.


Hier finden wir auch schon die Brutstätte unserer scheinbar auf Sensation gepolten Zivilisation: In den Medien ist Platz für jeden noch so sinnlosen Gedanken, solange er das Potenzial zum Aufmerksamkeit-Erregen bei der breiten Masse hat. Die langen Fäden der anspruchslosen Verdummung laufen in den großen Medien Fernsehen und Internet zusammen.
Seit dem Erscheinen von Stephenie Meyers „Biss-Reihe“ und der „Twilight-Filme“ gibt es eine neue große Belanglosigkeit, um die viel Wind gemacht wird. Es wurde etwas Neues erdacht für den gelangweilten, im Alltag verschwindenden Bürger. Etwas, das auf seine Art und Weise vollkommen anders ist. Die Saison der Vampire ist angebrochen. Doch was ist es, das uns an ihnen derartig fasziniert? Was ist es, das einen doch eher klischeehaften Film wie Twilight alle Rekorde brechen lässt? Das schlagartig etliche neue Blutsaugerromane aus dem Verborgenen in die Buchläden schießen lässt?

Wer jedenfalls sagt, das Phänomen für die Faszination Vampir sei ein komplett neuer Trend und ausschließlich auf Stephenie Meyers Biss-Bücher (2006) zurückzuführen, der irrt. Schon immer gab es einen gewissen Markt für Geschichten über Blutsauger und ihre Liebschaften. Eines lässt sich jedoch zweifelsohne festhalten – der Vampir als solcher hat sich verändert. Er ist zahmer, publikumsfreundlicher geworden.
 
Blicken wir zurück auf fast 400 Jahre Vampirgeschichte. Der Gründervater des Vampirmythos ist wohl Bram Stoker, der mit seinem „Drakula“ schon im 17. Jahrhundert für allerhand Aufmerksamkeit sorgte. Der von ihm geschaffene traditionelle Vampir ist von Grund auf böse, gottlos und tritt überdies nur an Menschen heran, um ihr Blut zu saugen. Tödlich sind für ihn Tageslicht und Holzpflöcke, allergisch reagiert er auf Knoblauch, Weihwasser, Kreuze und gesegneten Boden. Und als ob das nicht schon genug wäre, ist er auch noch unsterblich. Drakula verkörpert ein furchterregendes Monstrum. Weitere Monster wie „Nosferatu“ folgten seinem Beispiel.

Vor allem in den letzten Jahren bzw. im 20. Jahrhundert änderte sich die Darstellung der Vampire. Anne Rice legte einen weiteren Meilenstein der Vampirgeschichte mit ihren „Vampirchroniken“ rund um den Vampir Lestat. In ihren Erzählungen sind die Vampire noch immer mehr oder weniger schrecklich und leben von den Menschen isoliert. Dennoch zeigen sie menschliche Gefühle, wie zum Beispiel ein Verlangen nach Liebe und Angst vor Vereinsamung.
Der Schauder, der einem bei dem Gedanken an Vampire über den Rücken läuft, bleibt bei der neuesten Vampirgeschichte – leider – aus. Twilight's Edward, der Vampir der Geschichte, beißt keine Menschen, liebt die durchschnittliche Bella, die ein Mensch ist, und er ist auch ansonsten recht handzahm. Die krönende Spitze der „Devampirisierung“ ist die Art und Weise wie Meyers Vampire mit Sonnenlicht umgehen: Anstatt sich wie Drakula in Asche zu verwandeln, fängt sobald er in die Sonne tritt, Sexy-Edward an zu glitzern wie ein mit Calgonit gespültes Sektglas.

Traurig, wo die einst so Ehrfurcht gebietenden Vampire gelandet sind!
Graphik: Ellen Marken (FaMI09)
Schon komisch, aber genau diesen netten Vampir von nebenan, scheinen wir zu wollen.

Was auffällt: Edward und Bella heiraten, bevor sie Sex haben.

Grund genug, sich einmal eingehender mit der Autorin, Stephenie Meyer, auseinander zu setzen. Was ist sie für ein Mensch, wie denkt sie?

Stephenie Meyer gehört einer stark religiösen Gemeinschaft, manche sagen Sekte, den Mormonen, an. Sie glaubt an die Wirksamkeit des Betens, die Wichtigkeit der Abstinenz, besonders des sexuellen Verzichts, die Bedeutsamkeit von sonntäglichen Kirchenbesuchen und einer weiteren Reihe konservativer Werte. So erzieht sie ihre drei Kinder und so beeinflusst schrieb sie, laut eigener Aussage, auch ihre Romane. Dessen sollte man sich beim Lesen der Bücher oder Schauen der Filme bewusst sein. Ausgerechnet die Bücher einer offenbar so spießigen Autorin begeistern die jugendlichen Massen, wie kaum welche zuvor.
 
Graphik: Ellen Marken (FaMI09)
Was ist es denn nun, das uns so an ihnen gefällt?
Eine große Rolle spielt die Idee von der großen, ewigen Liebe, die in Twilight so allgegenwärtig ist. In uns (hauptsächlich wohl in den biologisch weiblich Definierten) steckt der Wunsch nach dem perfekten Partner. Unsere vielleicht geheimen, spießigen Bedürfnisse nach einem aufopferungsvollen, männlichen Beschützer werden in Twilight befriedigt. Es ist die weit verbreitete Sehnsucht nach dem so genannten Traumprinzen.

Was die Bücher interessant macht, ist aber die scheinbare Unnahbarkeit des Prinzen und die Gefahr, die ihn durch sein Vampir-Sein umgibt. Das Drama ist es, das uns fasziniert.

„Vampire sind die Popstars im Gruselkabinett, sie sind meist attraktiv, klug, cool, gut angezogen und wohlhabend. Aber sie wollen dich töten. Und wir wollen sein wie sie, aber was sie wollen, fürchten wir. Eine Kombination, die Stoff für endlos viele Geschichten bietet.“, erklärt Stephenie Meyer in einem Interview mit dem „Spiegel“.
Und die Flucht vor den Vampiren ist heute zwecklos:
Twilight-T-Shirts, Twilight-Sweatshirts, Twilight-Bettwäsche, Twilight-Poster, Twilight-Sticker, Twilight-Schlüsselanhänger, Twilight-Kalender, Twilight-Freundschaftsalben, Twilight-Lesezeichen, Twilight-Taschen, Twilight-Tassen, Twilight-Puzzles und Twilight-Thermoskannen - die Liste endet noch nicht einmal ansatzweise.

Durch welches Geschäft man auch immer schlendert – überall begegnen einem die Fanartikel. Genau hier wird aus der normalen Begeisterung für einen zugegebenermaßen guten und sogar intelligent geschriebenen Bestseller, ein kommerzieller Hype, den man nur als pervers bezeichnen kann. 
 
Ein gutes Buch (wenn auch vielleicht zu blutleer und schmalzig) kann heutzutage nicht einfach als solches belassen werden. Und es sind nicht die Leser, die es in den Himmel heben. Es sind die Filmemacher, die verzweifelt nach Chancen suchen, Geld zu verdienen und jede Möglichkeit dazu so weit ausschlachten, bis das Buch seinen eigentlichen Charakter und Charme verloren hat und nichts als ein Haufen unsympathischer Kommerz für „kleine Mädchen“ übrig bleibt.

Ob durch die verrückten Medien, die Begeisterung für ewige Liebe, verankert in unseren Köpfen, den Gruselfaktor oder begründet durch die geldgeile Wirtschaft – eines steht fest: Blutsauger sind angesagt!

19.05.2011, Sophie Barkey (DQF09)

Vorbereitung auf die berufliche Zukunft – angehende Wirtschaftsassistenten beim Bewerbertraining bei Hellmann - Wichtige Tipps und Tricks

19.05.2011, Anika Bokelmann (F09)

Mit dem Bewerbungsschreiben nimmt man die erste Hürde für den zukünftigen Job oder die Ausbildung. Damit dabei keine gravierenden Fehler passieren, nahmen am 28.04.2011 Schülerinnen und Schüler der Klasse F09 an einem Training der Firma Hellmann Worldwide Logistics teil. Die 19 Absolventen des Bildungsganges Wirtschaftsassistenten, Fachrichtung Fremdsprachen, werden im Sommer die Schule verlassen und wollen im Berufsleben Fuß fassen. Hinsichtlich einer adäquaten Bewerbung konnten sie sich bei der Veranstaltung hilfreiche Tipps und Tricks holen.
 
Die familiengeführte Spedition mit ihrem Standort in Bremen hat seit Jahren eine gewinnbringende Kooperation mit dem Schulzentrum SII Utbremen. Thomas Wilkens, seit fünf Jahren Personalreferent, leitete mit Unterstützung von Jessica Gulau, die zurzeit ihr Praxissemester im Rahmen eines Studiums an der Hochschule Bremen bei Hellmann absolviert, das Training. „Wir möchten eine lockere Veranstaltung, eine aktive Beteiligung und offene Gespräche“, forderte er die jungen Berufsstarter auf.
Zu Beginn wurde eine Vorstellungsrunde, wie sie auch bei Assessment-Centern auftritt, simuliert. „Obwohl man die Klasse kennt, ist man trotzdem nervös und vergisst, was man sagen wollte“, findet Schülerin Bridget Nsiah. Nachdem die Gruppe einige Informationen zum Unternehmen erhalten hatten, konnten sie sich bei einem kleinen Frühstück stärken. Bei der anschließenden Gruppenarbeit wurden Flipcharts zum Aufbau der Bewerbung, Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen von den Schülern erstellt. Im Anschluss stellte Thomas Wilkens die Sicht eines Unternehmens zu den herausgearbeiteten Aspekten dar. „Bei euch merkt man die gute Vorbereitung durch den Unterricht“, stellte der Betreuer von 280 Mitarbeitern und Personalarbeiter fest.
 
Besonders interessant für die Klasse F09 waren die individuellen Feedbacks zu den zuvor eingereichten Bewerbungsmappen. Dabei nahmen die Verantwortlichen die für das Bewerbungsmanagement übliche ABC-Kategorisierung zur Beurteilung eines jeden Schülers vor. Neben der Formulierung des Anschreibens und der Noten waren auch stilistische Aspekte wie Foto und Deckblattgestaltung ein Thema.

„Es war gut, solche Tipps von einem Unternehmen zu hören zu bekommen“, stellt Caroline Sokolowski am Ende der Veranstaltung fest, denn die Erfahrung des Personalreferenten würden ernster genommen, als die Aussagen der Lehrer. Und Mariam Mukhtarzada weiß nach dem Bewerbertraining, „was ich in Zukunft anders machen werde“.

19.05.2011, Anika Bokelmann (F09)

Moderne Verbrecher – Erfahrungen bei der Wohnungssuche via Internet

19.05.2011, Sara Fischer (DQF05)


Seit ich das SZUT, bzw. den Bildungsgang DQF, im Sommer 2009 mit dem Abitur verlassen habe, ist schon einiges passiert. In Ausgabe 6 berichtete ich von meinen Erfahrungen mit dem Berufseinstieg, mit Zeitarbeitsfirmen, dem Arbeitsalltag, befristeten Verträgen u.s.w. (siehe http://utopia.szut.de/index.php?site=artikel&aid=158). Inzwischen studiere ich in Frankfurt am Main und möchte in der Utopia-Rubrik „Schule und dann?“ einen Beitrag darüber beisteuern, was einem alles bei der Wohnungssuche passieren kann.

Seit einiger Zeit bin ich auf der Suche nach einer neuen Bleibe für mich und für meinen Freund. Sie sollte möglichst nahe an Frankfurt am Main sein, so dass Arbeitsplatz und Uni gut zu erreichen sind. Und eine Heizung und fließend Wasser wäre schön. Wer schon einmal auf Wohnungssuche in Ballungsgebieten wie dem Rhein-Main-Gebiet war und nur ein begrenztes Budget hatte, kennt das Problem…
Auf einer seriösen Internetplattform für Wohnungsanzeigen entdeckten wir eine Anzeige, die keine Wünsche offen ließ: Eine Zwei-Zimmer-Wohnung in Sachsenhausen, Frankfurts „bessere“ Gegend, für nur 400, - € im Monat. Wir glaubten an einen Tippfehler. Eine Monatsmiete in Höhe von 1.400, - € wäre realistisch, obwohl auch dieser Preis noch zu niedrig ist für diese Lage. Mein Freund war neugierig und meldete sich auf die Annonce, um sich nach den Nebenkosten zu erkundigen – und ob wir mit unserer Mutmaßung richtig lagen. Tatsächlich kam sehr bald eine E-Mail zurück. Zu unserer Überraschung stimmte der Mietpreis. Natürlich musste die Sache einen Haken haben. Mein erster Gedanke war, dass dort drin jemand zu Tode gekommen und lange Zeit unentdeckt geblieben war.
Aber um ein Stück weit das Geheimnis dieser Angelegenheit zu lüften, hier ein Auszug aus der Original-Antwort-E-Mail, in englischer Sprache verfasst:

Betreff: Re: Anfrage von O. M. bei …
Hello,
First of all I'm sorry for the late reply but I had a lot to work and this is the time I could give you a message. From the site add, you could see, that the apartment located in:… 60594 Sachsenhausen,Frankfurt am Main,Germany. It has 2 bedroom, 1 bathroom, 1 kitchen and 1 living room. I am looking for someone to live in it, as soon as possible, because my company has won the auction for a project, in construction, for a building that will rise up in Nicosia / Cyprus. I am a civil engineer, so my accommodation period in Nicosia,Cyprus will be about 4 years. The renting period is from 2 months up to 4 years. As a result of this I want to rent, for this period, at this price and also to find the perfect person for my apartment. I`m the owner of the apt and it's like in the pics. The apartment is furnished, but I have the option of sending all my furniture into storage if you want to bring your own (no extra costs).
The rent for 1 month is 400 Euro, but you must to deposit 800euro/2months (for the whole apartment) including all utilities (water, electricity, Internet, cable, parking, air conditioning, fireplace, dishwasher, garbage disposal, microwave, refrigerator). You can move in the apt in the same day when you receive the keys. The only problem is that I`m the only person who has the keys but I hope that we will find a solution.
Thank you for your interest and I will look forward to hearing from you soon.
Good luck, L Lucas
P.S. Please tell me if this is what are you looking for and reply my only if you are truly interested in the apartment.
In dieser Original-E-Mail des vermeintlichen Vermieters – inklusive aller Rechtsschreibfehler – erklärt er uns, dass er seine Wohnung so schnell wie möglich untervermieten möchte, weil er als Bauingenieur für mindestens vier Jahre in Zyperns Hauptstadt tätig sein wird. Aus diesem Grund vermiete er die Wohnung so günstig und er wünsche sich, einen passenden Untermieter zu finden. Weitere Beschreibungen der Wohnung folgen; aus der Zwei-Zimmer-Wohnung wird plötzlich eine Drei-Zimmer-Wohnung, inklusive Kamin, Spülmaschine, Kühlschrank, Mikrowelle, Müllabfuhr, Strom und Wasser sowie Kabelfernsehen und Internet; sogar Klimaanlage und PKW-Abstellplatz seien mit inbegriffen. Er wolle die Wohnung möbliert vermieten, aber wenn wir lieber unsere eigenen Möbel mitbringen wollten, könne er seine in einem Möbellager unterbringen und dies würde keine Extrakosten für uns bedeuten. Die Mietkaution sollte zwei Monatsmieten betragen, also 800, - €. Wir könnten sofort einziehen, sobald wir die Schlüssel hätten. Das einzige Problem sei jedoch, dass er der einzige sei, der die Schlüssel besitzt, und er sei bereits in Zypern. Aber er versichere uns, dass er für dieses Problem eine Lösung finden werde. Am Schluss seiner E-Mail bittet er uns, ihm nur zu antworten, wenn wir wirklich an der Wohnung interessiert seien.
Mein erster Gedanke war: Dort drin ist wirklich jemand gestorben. Als ich mich dann wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt habe, fragte ich mich, ob ein Bauingenieur wirklich so blöd sein kann und seine Wohnung für einen Spottpreis an völlig fremde Menschen vermieten würde. Uns war nun völlig klar, dass diese E-Mail nicht ernst gemeint war. Trotzdem waren wir sehr neugierig, wie die „Lösung“ des Schlüsselproblems aussehen sollte. Deshalb schrieben wir ihm eine zweite E-Mail, in welcher wir ihm versicherten, dass wir sehr interessiert seien und die Wohnung sehr gern besichtigen würden. Schon bald erhielten wir folgende Antwort:

Betreff: Re: Anfrage von O. M. bei …

Hello,
Thank you for your reply but the matter is that I'm in Cyprus already. Like I have inform you before, the price you shall pay for 2 months of rent will be 800eur, with no extra taxes to pay. The money, I want to revive it monthly to my bank account, so I hope it will be no problem for you to wire the money to my bank account. The apartment is ready for you, you will need only to receive the keys and the contract to check it, and see if you like it.
Obviously we need a way to complete this deal, that will allow us to make sure we receive what we are after. In order of that I have found a way for us to complete the deal safely and fast, and in this way you will receive the Keys in less than 2 days, if you move fast as well.
The solution is provided by a company called DHL which is similar to FedEx or UPS, which will handle both payment and delivery of the Keys. I have found a procedure that will allow you to pay for the rent of the apt only after you will receive the keys of it and through this way you will see it and decide if you will stay in the apt or not before I receive my payment. Please click on the link bellow to the DHL website to see how we can complete the deal safely and fast directly from the website of the company where the procedure is explained: http://www.dhl.com.cy/en.html
Let me know if you are interested please because I really need to take care of this matter.
Thanks
Hier behauptet er, dass er uns mit Hilfe von DHL den Schlüssel und den Mietvertrag zur Ansicht schicken wolle, wenn wir im Gegenzug unsere Mietkaution hinterlegen. Der Vorgang würde uns erläutert werden, wenn wir dem angegebenen Link folgen würden. Tatsächlich brachte uns der Link zur Internetpräsenz von DHL Zypern – ein Versuch des angeblichen Vermieters, professionell zu wirken. Hier wurde jedoch nichts von diesem „speziellen“ Vorgang erklärt. Noch am selben Tag ergaben unsere Nachforschungen, dass DHL derartige Geschäftsabwicklungen nicht macht. Die interessanteste Nachricht dieses Tages war jedoch, dass wir durch eine günstige Gelegenheit in Erfahrung bringen konnten, dass dieser ominöse Vermieter nie in Hessen gelebt haben soll und ihm die beschriebene Wohnung somit gar nicht gehört. Tatsächlich sei er ein in Zypern lebender Verbrecher unter BKA-Aufsicht. Er sendete uns noch eine weitere E-Mail, in welcher er uns den „genauen Vorgang“ der Schlüsselübergabe erläutert:

-------- Original-Nachricht --------
Betreff: Re: Anfrage von O. M. bei …

Hello,
I want to inform you that DHL will hold the money until you will confirm to them that you like the apt and keep the keys. If you don't like it, you only have to return the keys to them after they will refund the money to you and they will deliver the keys back to me on my expense. I will need to inform you the steps about how this service works and how we can make it happen. You will only have to deposit to DHL Service for 2 months of rent - 800eur - so they can proceed with the shipping, and you can receive the keys and the contract. Like I said, I will pay for a 2 days delivery so you will receive the Keys and the contract signed by me right away. I will explain to you step by step how this will work:
1 - To start this transaction I will need to know your full shipping information, full name, full shipping address to proceed with this deal.
2 - I go to te DHL Office and leave the Keys and the contract in your name as the intended receiver.
3 - DHL will check the envelope to see if everything is OK with it and also the legal papers that will come along with the Keys.
4 - DHL will send you a delivery notification to let you know they have the Keys and the papers in their custody, in which you will be told that they have the Keys and that they checked it.
5 - At this point you will have to go to a WesternUnion Agent Location and make a money transfer deposit on the DHL agent name assigned with this transaction for the amount we agreed, the total amount you shall deposit is for 2 months of rent.
6 - After you make the deposit you will have to send the infos about the money deposit to DHL (Reference Number, sender's name and address)
7 - DHL will verify the payment informations and if everything is in order they will deliver the Keys and the contract to you .
8 - After you receive the package, You will go and check the apt and in 2 days you must contact them and tell them if you keep the apt or not, if everything is in order you will instruct DHL to release the funds to me.
If you don't like the apt they will send your money back and you will send them the keys and the contract to them to return the package back to me on my expense. I will pay DHL Service for the shipping and you will pay WesternUnion for the Money Transfer fees.
Now i must know for sure if you agree because here are a lot of peoples interested to have this apartment rented and i want to know for sure what i must tell them. If you agree what i suggested i will tell them that my apartment is already rented and i will keep it for you. If you agree then i must have all the shipping details so i will be able to make all the arrangements for the DHL delivery.
Thanks.
Die Firma DHL würde unsere Mietkaution einbehalten, bis wir dem Mietvertrag zustimmen oder ihn ablehnen würden, erklärte er uns. Schritt für Schritt erklärt er uns diesen Vorgang: 1. und 2., nachdem er unsere gewünschte Lieferadresse entgegen genommen hat, würde er den nächsten DHL Shop aufsuchen, um den Vertrag und die Wohnungsschlüssel für uns zu hinterlegen. 3. und 4., DHL würde uns eine Nachricht senden, dass Vertrag und Schlüssel überprüft worden seien und für uns bereit lägen. 5. und 6., wir transferieren die zwei Monatsmieten an den genannten DHL-Sachbearbeiter. In Schritt 7 soll uns DHL den Eingang der Zahlung bestätigen und den Vertrag sowie den Wohnungsschlüssel innerhalb von zwei Werktagen zusenden. In Schritt 8 sollen wir innerhalb von zwei Tagen DHL darüber in Kenntnis setzen, ob wir die Wohnung beziehen möchten oder nicht. Falls ja, würde der Vermieter seine Kaution erhalten. Falls nein, erhalten wir unsere Mietkaution zurück, wenn wir im Gegenzug den Schlüssel zurücksenden. Der angebliche Vermieter drängt uns am Ende seiner E-Mail, dem Vorgang schnellstens zuzustimmen, denn es gäbe noch sehr viele andere Interessenten. Wenn wir schnell zustimmen, würde er uns freundlicherweise die Wohnung freihalten und den anderen Interessenten mitteilen, dass die Wohnung bereits vermietet sei. Auf diese E-Mail haben wir nicht geantwortet und er schrieb nicht mehr zurück.
Durch dieses Erlebnis kamen wir zu der Erkenntnis, dass die Anonymität des Internets Verbrechern eine besondere Chance bietet. Das Internet vernetzt nicht nur Menschen mit ihrer Familie, ihren Freunden und Bekannten, es ist nicht nur bequem für das Shoppen, für Bankgeschäfte und um von zu Hause aus zu arbeiten – es ist auch für Verbrecher besonders bequem, von zu Hause aus zu „arbeiten“. Das Internet bietet unbegrenzte Möglichkeiten für alle – also auch für Betrüger und andere Kriminelle.

Dieses Erlebnis war nicht das letzte seiner Art. Vor einiger Zeit entdeckten wir erneut eine Wohnungsannonce bei einem anderen seriösen Internetportal. Diese Wohnungsanzeige war deutlich realistischer, wenn auch immer noch sehr preisgünstig im Vergleich zu anderen Wohnungen. Die Wohnung sollte in einem günstigen Stadtteil liegen, der bekannt dafür ist, dass dort viele Studenten leben. Als wir uns per E-Mail nach der Warmmiete, den Kontaktdaten des Vermieters und einem möglichen Besichtigungstermin erkundigten, bekamen wir folgende Antwort:

Subject: … 60486 Frankfurt , Bockenheim
Hallo,
Vielen Dank für Ihr Interesse. Wenn du kannst mir in Englisch antworten wird groß sein.
Ich habe gerade gelesen Ihre E-Mail über meine Wohnung.
Die Wohnung gehört mir und es war von meiner Tochter verwendet, während das Studium in Deutschland, aber jetzt ist es zu mieten für unbegrenzte Zeit. Bevor wir weiter möchte ich ein bisschen etwas über Sie, wie wie viele Personen nicht wissen, gehen Sie beabsichtigen, in der Wohnung leben, und für wie lange. Ich habe nicht ein Problem mit Haustieren (Ich besitze einen kleinen Hund mich).
Jetzt werde ich dir etwas sagen über die Wohnung und mich so können wir lernen sich kennen einander ein wenig besser. Die Wohnung genau auf den Bildern aussieht, voll möbliert und renoviert.
Auch sehr wichtig, den Versorgungsunternehmen (alt / Warmwasser, Strom, drahtloses Internet, digitales Fernsehen, Klimaanlage, Spülmaschine, Müllabfuhr, Mikrowelle, Kühlschrank, Waschmaschine, etc.) sind im Preis von 350 EUR / Monat inbegriffen. Die Miete für 1 Monat beträgt 350 Euro, aber Sie müssen auf 700 euro/2months hinterlegen. Sie können meine Möbel, aber Sie können auch Ihre eigenen. Wenn Sie Ihre Nutzung entscheiden, haben Sie Zugang zu einem sehr großen und gut belüfteten Keller, wo du mein Möbelhaus kann.
Über mich, mein Name is Ysabela Kaufmann , und ich bin ein 40 Jahre alter Grafiker aus Rumänien. Ich bin verheiratet , und habe eine Tochter, die vor kurzem in hat mit ihrem Verlobten in Rumänien verschoben. Das Problem ist nur, dass mein Job erlaubt mir nicht, nach Rumänien auch nur für einen Tag verlassen! Gerade haben wir einen wichtigen Auftrag, und ich fürchte, ich könnte meinen Job verlieren, wenn etwas schief geht in meiner Abwesenheit. Wir haben gerade einige neue Mitarbeiter eingestellt und sie sind schrecklich mit Papieren . Ich habe den Schlüssel mit mir in Romania, aber dies ist kein Problem. Ich ordnete alles, damit Sie den Schlüssel erhalten kann und der Mietvertrag in maximal 48 Stunden.
Vielen Dank für Ihr Interesse und freuen uns auf eine freundschaftliche Zusammenarbeit.

Vielleicht kann man mit ein wenig Mühe den Inhalt dieser E-Mail verstehen. Jedenfalls überraschte es uns nicht, als wir kurze Zeit später folgende Nachricht von den Betreibern der Internetplattform erhielten:

Subject: Warnung vor Betrügern – keine Zahlung per Vorkasse für Besichtigungen!
Lieber ...-Nutzer,

vor kurzem haben Sie Kontakt zu einem Anbieter einer Immobilie auf unseren Seiten aufgenommen, bei dem es sich um einen potentiellen Betrüger handelt.
Dieses Angebot wurde zwischenzeitlich durch uns deaktiviert.
Sie erkennen den Betrug daran, dass Sie vom vermeintlichen Anbieter eine E-Mail erhalten (meist in englischer Sprache), in der Ihnen mitgeteilt wird, dass der Vermieter nicht in Deutschland ist und Ihnen deshalb keine Besichtigung ermöglichen kann. Er bittet Sie deshalb um eine Zahlung per Vorkasse. Nach deren Eingang sollen Sie dann angeblich die Schlüssel erhalten, um die Wohnung besichtigen zu können.
Aufgrund der uns vorliegenden Erkenntnisse empfehlen wir Ihnen dringend, den Kontakt zu diesem Anbieter abzubrechen und keine Zahlung zu leisten.
Weitere Informationen finden Sie auch unter www.sichere-immobiliensuche.de.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr …-Team
„Schwarze Schafe“ gibt es sicherlich immer wieder. Dennoch sollte man keinesfalls von der Internetbenutzung völlig abraten. Ein gesundes Misstrauen ist jedoch immer angebracht. Vor allem sollte man sich nicht von der Schnelllebigkeit des Internets vereinnahmen lassen, sondern sich immer die Zeit nehmen, um nachzuforschen, wenn einem etwas „komisch“ vorkommt. Das hat uns bei unserer Wohnungssuche vor einem großen Fehler bewahrt. Letztendlich war es richtig spannend, zu erfahren, mit welch einer Fantasie diese Betrüger ans Werk gehen. Somit gibt es Menschen, die tatsächlich Opfer dieser Trickbetrüger werden. Ich wünsche diesen Menschen, dass ihr Schaden verhältnismäßig gering bleibt und dass ihnen nie wieder so ein Unglück widerfährt.

19.05.2011, Sara Fischer (DQF05)

Berlin – historisch und das Nachtleben - die F09 auf Klassenfahrt

19.05.2011, Anika Bokelmann (F09)

U-Bahn fahren ohne Ticket, Cocktails mit reichlich Alkoholgehalt trinken und ganz viel Spaß haben– all das erlebten wir auf einem dreitägigen Trip in die deutsche Bundeshauptstadt Berlin. Und ganz nebenbei erweiterten wir sogar noch unseren politisch-geschichtlichen Horizont. Definitiv eine gelungene Klassenfahrt im Kurzformat.

Mit schmerzenden Füßen, aber um viele Eindrücke und Erfahrungen reicher kamen wir nach den drei Tagen aus Berlin zurück. Wir, das ist die Klasse F09 des Schulzentrums Utbremen, die im Sommer 2011 ihren Abschluss als Wirtschaftsassistenten, Fachrichtung Fremdsprachen absolvieren werden. Aber zuvor erholten wir uns schon mal mehr oder weniger auf dem Kurztrip. Begleitet wurden wir 20 Mädchen und zwei Jungs von unserem Klassenlehrer, Herrn Frese, und der Referendarin Frau Frerichs.
 
An einem Montagmorgen im Februar ging es in aller Frühe ab Bremen Hauptbahnhof erstmal Richtung Hannover, wo wir in den Zug nach Berlin umstiegen. In Berlin angekommen, ging es gegen Mittag zunächst in unsere Unterkunft, die sich unweit des Hauptbahnhofs befand. Nach der Zimmereinteilung blieb uns ein wenig Zeit zum Durchschnaufen, aber dann stand auch schon der erste Programmpunkt unserer Reise an: der Bundestag. Nach den Sicherheitskontrollen wurden wir von einer netten Dame mit den Worten „Erst gibt’s Essen, dann den Bundestag“ herzlich empfangen. Also ging es zur Stärkung ab in die Kantine, wo uns ein leckeres Essen erwartete. Anschließend gelangten wir über die Irrwege des deutschen Parlaments zu den Zuschauerrängen des Sitzungssaals. Ein Beauftragter für die Öffentlichkeitsarbeit erklärte uns den Plenarsaal, sowie die Architektur des Gebäudes.
 
Anschließend trafen wir Dr. Carsten Sieling, der seit 2009 den Wahlkreis Bremen im Deutschen Bundestag vertritt. Er berichtete von seiner Arbeit und seinen Aufgabengebieten und einige Schülerinnen scheuten sich nicht, Fragen zu stellen. So kam eine Diskussionsrunde über die unterschiedlichsten Themen, wie den Afghanistankonflikt, aber auch das G8-Abitur zustande. Nachdem unsere Neugier gestillt war, stand noch das Highlight des Bundestages auf der Agenda – die Aussicht von der gläsernen Kuppel. Das sollte keiner verpassen, der den Bundestag von innen zu sehen bekommt. Wir bekamen einen tollen Blick über das mittlerweile beleuchtete Berlin. Nach einer ausgiebigen Fotosession ging es dann letztlich raus aus dem deutschen Parlament.
Am Abend standen ein ausgiebiger Discobesuch, ein ruhiger Abend mit Freunden oder eine Cocktailbar an der Spree für die kleinen Grüppchen an. Egal wo es uns hinverschlug – nette Mitarbeiter eines amerikanischen Restaurants gaben auch bereitwillig Auskunft über Locations – wir hatten auf jeden Fall alle viel Spaß und vielleicht auch das ein oder andere Gläschen zu viel…

Am nächsten Morgen erschienen einige von uns daher auch mehr oder weniger ausgeschlafen zum Frühstück im Jugendgästehaus. Mit einer guten Grundlage konnte der zweite Tag beginnen. Die Europakommission wartete auf uns. Bei einem Planspiel durften wir uns selbst als Politiker ausprobieren und stellten fest, dass sich unsere Klasse, im Gegensatz zum realen Leben, sehr schnell einigen konnte. Außerdem lernten wir die Arbeitsweise des Europaparlaments kennen.
 
Am Nachmittag besichtigten wir wichtige Orte in Berlin. Auf keinen Fall fehlen durfte da zuerst das Brandenburger Tor, wo wir eine merkwürdige Begegnung mit einem Gorilla wohl noch lange in Erinnerung behalten werden. Anschließend ging es am Holocaust Mahnmal vorbei zu den Überresten der ehemaligen Mauer bis hin zum Checkpoint Charlie.


Dort trennten sich die Wege der Klasse, denn ab hier konnten wir in kleinen Gruppen die Stadt selbst erkunden und unsicher machen. Bis zum gemeinsamen Abendessen in einem italienischen Restaurant in der Nähe der Oranienburger Straße lernten wir entweder den Alexanderplatz mit seinen Geschäften, das KaDeWe oder andere Sehenswürdigkeiten kennen.
 
Nach dem Essen führte unser Weg bzw. Herr Frese uns dann in einen Club, der nur in geringem Maße unsere Zustimmung fand. Die prophezeite Szenebar war ziemlich schlecht besucht, um nicht zu sagen, wir waren die einzigen Gäste. Einen schönen Abend verbrachten wir trotzdem. Am letzten Tag hatten wir bis zur Abfahrt unseres Zuges am Nachmittag freie Zeiteinteilung und so konnte jeder seine eigenen Erfahrungen mit und in Berlin machen. Einige machten sich auf zum Kurfürstendamm, diejenigen ohne Höhenangst zog es auf den Fernsehturm, wieder andere gingen zum Gendarmenmarkt. Einige zogen es aus Rücksicht auf die geplagten Füße vor, die Zeit im Hauptbahnhof zu verbringen. Mit viel Proviant in Form von Donuts im Gepäck konnte es also wieder in die Heimat gehen. Allerdings nicht zur geplanten Zeit – man kennt ja das bestimmte Zugunternehmen. Am Abend kamen wir dennoch in Bremen an.

Ein Dank geht an Herrn Frese, der diese Fahrt ermöglicht und uns die drei Tage über
ausgehalten hat und an Frau Frerichs.

19.05.2011, Anika Bokelmann (F09)

Neue Signaturen für die Schulbibliothek – ein Projekt der FaMI09

19.05.2011, Nadine Colette Seidl (FaMI09), Mona Hedemann (FaMI09), Cora Foitzig (FaMI09)

Unsere Mission lautete: Systematisierung der Schulbibliothek nach der SfB (Systematik für Bibliotheken). Wir, die Klasse FaMI09, sind als Auszubildende im 2. Lehrjahr in Bibliotheken, Archiven und anderen Informations- und Dokumentationseinrichtungen tätig. Insofern haben wir inhaltlich Bezug zu dieser Aufgabenstellung, aber die meisten von uns haben noch nie eigenständig Notationen vergeben und betraten hier fachlich Neuland.
(Zur Erinnerung: FaMI steht für „Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste“, wer mehr über den Beruf wissen will, sollte mal den Berufsinformationsfilm der Klasse Fami06 anklicken:
http://www.makepodcast.de/index.php?page_id=4&file=462 – Anmerkung der Redaktion).
Das Unterrichtsprojekt wurde in Gruppenarbeit durchgeführt. Sowohl die Gruppen als auch die Bücher, die von ihnen erfasst werden sollten, z.B. Teilbestände über Physik, Informatik, Literaturgeschichte, u.s.w. wurden von unserer Lehrerin, Frau Tisborn, durch das Los bestimmt. So wurde der Wintergarten der Bibliothek kurzerhand zur Losbude, wobei es Gewinner und Verlierer gab, da unser Interesse und Expertentum nicht für alle Fachgebiete gleich ausgeprägt war.
Unsere Gruppe hatte das Thema „Literaturepochen“ gelost, also standen wir erstmal vor dem Regal und verschafften uns einen Überblick über die vorhandenen Medien. Dann ging es an die Arbeit. Wir sollten die Bücher inhaltlich erschließen und mit einer Notation versehen. Die Notationen richteten sich nach der „Systematik für Bibliotheken“, eines von diversen in Deutschland verwendeten Klassifikationssystemen, welches auch die Stadtbibliothek Bremen benutzt. Die SfB umfasst 30 hierarchisch geordnete Fachgebiete, deren Hauptgruppen jeweils mit 3 Buchstaben bezeichnet werden, z.B. Erd für Erdkunde, danach folgt eine dreistellige Zahl, die die Unterklasse angibt und ein dreistelliger Autorenschlüssel.

Jede Notation sollten wir zuerst auf Kreppband schreiben und dieses dann auf den Buchrücken kleben. Jede von uns hatte immer einen großen Bücherstapel vor sich liegen und die SfB stets vor Augen, entweder war es die Online-SfB oder das ausgedruckte Exemplar, je nachdem, ob wir gerade einen PC-Arbeitsplatz hatten oder im Wintergarten arbeiteten. Aus irgendeinem Grund wurden die Bücherstapel nur langsam kleiner…
Als die Zeit unseres Projekts knapp wurde, teilten wir uns auf – während eine weiterhin mit der Erschließung der Bücher beschäftigt war, begannen die anderen schon damit, die Medien inklusive Barcode in einer Excel-Tabelle zu erfassen.

Generell war es für uns nicht immer einfach, die Medien in die Systematik einzuordnen, denn teilweise passte der Inhalt nicht eindeutig zu einer Klasse oder es war nur schwer herauszufinden, welches Thema ein Fachbuch wirklich behandelte, aber wir haben schließlich alle Probleme lösen können – entweder durch Austausch untereinander oder durch Internetrecherche oder notfalls auch, indem wir unsere Lehrerin oder Frau Kanitz von der Schulbibliothek um Rat fragten.
Fazit: Das Projekt war eine gelungene Abwechslung, da wir selbstständig arbeiten, uns absprechen und unsere Zeit frei einteilen konnten. Wir freuen uns darüber, dass unser Projektergebnis einen realen Nutzen hat und jetzt in der Schulbibliothek im Einsatz ist

19.05.2011, Nadine Colette Seidl (FaMI09), Mona Hedemann (FaMI09), Cora Foitzig (FaMI09)

„Auf den richtigen Weg lenken“ - Die neue Sozialberaterin der Schule, Dagmar Figura, berichtet über ihre Arbeit

19.05.2011, Sophie Barkey (DQF09)

Was geschieht denn da im Raum 205? Da tut sich doch eindeutig was!
Scheinbar sind noch nicht all zu viele eingeweiht, aber das soll sich bald ändern. Denn nur, wer sich am SZ Utbremen zufällig in den hintersten Winkel des zweiten Stocks im ersten Gebäudes verirrt hat, der hat wahrscheinlich eine kleine Ahnung. Völlig unscheinbar hängt dort ein Zettel an der Tür des Raumes 205, auf welchem steht: „Sozialberatung“. Aha, Sozialberatung – klingt gut! Doch was bedeutet das eigentlich? Wer kann sich dort „sozial beraten“ lassen? Warum sollte er das tun? Und, wer steckt dahinter? Utopia geht für euch auf eine kleine Erkundungstour und findet Interessantes heraus.
 
In der Pause am Donnerstag wage ich mich also in den besagten hintersten Winkel des zweiten Stocks im ersten Gebäude, hin zum Raum 205. Ich klopfe an die Tür der ehemaligen Rumpelkammer und höre – nichts. Wahrscheinlich liegt das an einem sich anbahnenden Hörsturz aufgrund des überwältigenden Stresses der Klausurenphase, denn die Frau, die auf mich zu kommt, nachdem ich mutig die Tür aufgerissen habe, ist alles andere als mundfaul.
Froh über meinen Besuch bietet sie mir direkt einen blauen Drehstuhl und dazu eine Tasse heißen Tee an.



Es ist Dagmar Figura, die neue Sozialberaterin an unserer Schule. Sie ist seit März die Ansprechpartnerin für alle Beteiligten der Schule – bei Problemen fast jeder Art!
Gleich zu Anfang erzählt sie mir, dass sie nebenbei auch Berufsberaterin ist und fügt hinzu: „Das ist, glaube ich, unter anderem ein Grund, warum ich hier bin. Ich kann ein wenig besser über den Tellerrand Utbremens hinaus schauen und eventuell den Schülern andere, bzw. weiterführende Möglichkeiten aufzeigen.“
 
Um Wege, darum geht es wohl hauptsächlich bei der Sozialberaterin, die schon immer in ihrem Beruf viel mit jungen Erwachsenen zu tun hatte und Erfahrungen in verschiedensten Bereichen mit ans Schulzentrum bringt. So hat sie beispielsweise lange in einer Klinik mit Drogenabhängigen gearbeitet, ist in ihrer eigenen Praxis Therapeutin und dazu eben Berufsberaterin.

„Die eigentliche Idee hinter der Sozialberatung hier ist natürlich nicht, die Leute an die richtigen Jobs zu bringen. Aber ich bin hier, um solchen, die aus den verschiedensten Gründen in der Klemme stecken, unter die Arme zu greifen und sie auf den richtigen Weg zu lenken. Ich bin hier keine Therapeutin, aber bei mir haben die Hilfesuchenden auf jeden Fall eine erste Anlaufstelle.“ (Aha, da ist er wieder, der Weg!)
„Doch wie geht es dann weiter?“, möchte ich wissen. Frau Figura erklärt: „Ich vermittle die Schüler dann an die passenden Berater, Psychologen oder auch Ämter. Es kann ja auch mal sein, dass es sich um finanzielle Probleme handelt. Ich bin kein Sozialamt, aber ich unterstütze alle, die nicht wissen, wie es weitergehen soll. Ich möchte ihnen die Richtung weisen, erste Hilfestellung leisten.“

Rein theoretisch hört sich das natürlich gut an, aber wie sieht es eigentlich in der Praxis aus? Ich frage sie, ob schon viele Schüler bei ihr waren, und wie sich der bisherige Ablauf gestaltete.
„Mittlerweile waren schon so einige Schüler bei mir. Die meisten wurden von Lehrern geschickt, die das Gefühl hatten, hinter beispielsweise den vielen Fehlzeiten oder anderen Vorkommnissen könnte ein größeres Problem stehen. Aber inzwischen hat es sich schon etwas herumgesprochen, dass es mich gibt!“, lacht sie und fährt fort, „also sind auch schon manche Schüler von sich aus gekommen.“
 
„Und was waren das grob für Fälle?“, frage ich sie, vielleicht etwas zu neugierig.
Die studierte Sozialpädagogin berichtet: „Die meisten bisher waren Leute mit unterschiedlichen Problemen, sei es ganz persönlicher Art, die durch Fehlstunden auffällig geworden sind. Hier haben sie es endlich geschafft, die Schule mit einzubeziehen, also die Katze aus dem Sack zu lassen. Der nächste Schritt war dann, den Lehrer herzuholen und gemeinsam über das Problem zu sprechen, auf besseres Verständnis zu treffen und schließlich Lösungen zu finden. Jederzeit offen bin ich auch für Personen mit familiären Problemen... Es sind auch schon Leute gekommen, die gemerkt haben, dass sie die Schule vielleicht gar nicht packen und denen ich mögliche Wege aufzeigen kann, wie es nun weitergeht.“
„Wie sieht das aus mit Problemen in der Klasse, können Sie auch da Tipps geben?“
„Ja, selbstverständlich“, antwortet sie. „Solche hatte ich auch schon hier. Sowohl bei klasseninternen Einzelproblemen, als auch bei Schwierigkeiten mit Lehrern stehe ich gerne zur Verfügung. In einem solchen Fall würde ich zuerst separat und dann gemeinsam mit Schüler und Lehrer überlegen, wie man die Fronten vielleicht wieder etwas auflockern kann und schaue als „Bindeglied“, dass sich die Situation möglichst nicht verhärtet und festfährt.“

Ich will noch wissen, was ihr an ihrer Arbeit als Sozialberaterin gefällt. Sie holt tief Luft und erzählt dann: „Zuerst muss ich sagen, ich habe das Gefühl hier direkt am Anfang wirklich sehr gut aufgenommen und angenommen worden zu sein. Sowohl von Schülern als auch von den Lehrern, die mich nicht als Konkurrentin sehen. So etwas gibt ein positives Gefühl und stimmt mich auf jeden Fall noch motivierter. Es war also ein toller Start... An der Arbeit selber finde ich es prima, dass sich Leute öffnen können, die sich vorher vielleicht gar nicht getraut haben. Ihnen möchte ich Möglichkeiten anbieten und dabei helfen, nicht zu verzweifeln. Wenn ich sie dann auch noch wirklich weiterbringen kann, macht es großen Spaß, zu sehen, dass es funktioniert hat.“
Und wie kriegt man Kontakt zu dieser Allround-Beratung? Die Antwort ist simpel und im heutigen Zeitalter nicht überraschend: Am besten per Email! Unter:

figura@szut.de

kann jeder Ratsuchende ersten Kontakt knüpfen und sich einen Termin holen.
„Mein Ziel ist es, gegen Berührungsängste zu wirken, Mut zu machen und falls nötig Kontakte herzustellen“, fasst sie noch einmal zusammen und prophezeit: „Langfristig wird keine Schule um so etwas wie eine Sozialberatung herumkommen.“

Bestärkt durch ihre offene Art, komme ich fast pünktlich zum Bio-Unterricht aus dem Gespräch und schlage mich nun den nächsten Klausuren entgegen.
Jedem, dem also etwas auf der Seele drückt und der nicht weiß, wie es weitergehen soll, dem kann also nur angeraten werden, sich bei unserer Sozialberaterin zu melden. So weit ist der hinterste Winkel des zweiten Stocks im ersten Gebäude nämlich doch nicht entfernt. Und außerdem - der Weg lohnt sich bestimmt.

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Figura!

19.05.2011, Sophie Barkey (DQF09)

Mobbing – eine Straftat mit Folgen

19.05.2011, Katharina Albinus (DQF08), Chantal Griff Berkenheger (DQF08)


Pro Jahr gibt es 1,5 Millionen Mobbing-Opfer in Deutschland.
Ca. jeder 10. Schüler wird gemobbt. Trotzdem redet nur etwa jeder 3. Schüler, der unter Mobbing leidet, mit einem Lehrer oder zu Hause über das Problem. Was viele gar nicht wissen: Mobbing ist eine Straftat!

Mobbing ist kein einfacher Konflikt zwischen verschiedenen Gruppen oder Personen. Beim Mobbing nutzen Einzelne ihre Überlegenheit aus, um andere gezielt zu terrorisieren und unter Druck zu setzen – physisch und psychisch. Mobbing kann verschiedene Formen annehmen: von „einfachen“ Beleidigungen bis hin zu körperlicher Gewalt und sexueller Belästigung. Die Folgen für die Opfer reichen von Selbstzweifeln, Schlafstörungen und Angstzuständen bis hin zu Aggressivität und Depressionen. 
Wir sind Schülerinnen des 13. Jahrgangs (Bildungsgang DQF) am SZ SII Utbremen.
Im Rahmen unseres P5-Projekts (5. Prüfungselement für das Abitur) haben wir uns seit Anfang Februar intensiv mit dem Thema Mobbing auseinandergesetzt. Zunächst einmal haben wir uns mit ganz grundlegenden Fragen zum Thema Mobbing befasst, wie zum Beispiel: Was ist eigentlich Mobbing? Wie entsteht Mobbing? Wer wird gemobbt/ wer mobbt? Was kann man dagegen tun? Des Weiteren haben wir im Laufe unserer Projektwoche einen Spot über Mobbing gedreht, welcher demnächst auf YOUTUBE zu sehen sein wird. 
Unser Ziel ist es außerdem, einen Leitfaden zu entwickeln, an dem man sich orientieren kann, wenn man im Rahmen der Schule mit Mobbing konfrontiert wird – als Opfer, als Beteiligter, als Klassenkamerad. Außerdem haben wir Flyer und Plakate erstellt, welche an unserer Schule darauf aufmerksam machen sollen, dass Mobbing nicht geduldet werden kann und darf, dass an unserer Schule etwas gegen Mobbing getan wird.

An unserer Schule besteht seit neustem die Möglichkeit, sich bei Mobbing-Problemen an die Arbeitsgruppe „Schule ohne Ausgrenzung“ zu wenden. Die Ansprechpartnerinnen Frau Bertz und Frau Hesseler haben stets ein offenes Ohr.

19.05.2011, Katharina Albinus (DQF08), Chantal Griff Berkenheger (DQF08)

Lesetipps aus der Bibliothek


In dieser Utopia-Ausgabe haben wir die Vielfalt unserer Schule zum Thema gemacht. Die vielen verschiedenen Nationalitäten unserer Schüler brachten mich auf die Idee, Bücher ins Sortiment aufzunehmen, die auf unterhaltsame Weise Kultur und Lebensgewohnheiten in verschiedenen Ländern beleuchten.







Wir haben am 21. März einen wirklich gelungenen Anti-Rassismustag in unserer Schule erlebt. Ich glaube, dass die Eindrücke uns alle sehr aufgerüttelt haben und uns bewusst werden konnte, wie wenig wir eigentlich von der Kultur unserer Mitmenschen wissen, die in anderen Ländern beheimatet sind. Grundlage für einen menschlichen Umgang ist ja, den Anderen in seinem Anderssein verstehen zu lernen. Ich würde mich über euer Interesse sehr freuen. Natürlich eignen sich die Bücher auch für Referate.
Zunächst stelle ich Euch zwei Afrika-Bücher vor:

Michael Bitala, Auslandskorrespondent der Süddeutschen Zeitung nennt sein Buch: “Das Prinzip Trotzdem. Afrikanische Augenblicke“. Seine insgesamt 18 Reportagen lesen sich wie Momentaufnahmen. Der Alltag der Menschen am Kongo, in Botswana, Kenia, Mosambik und vielen anderen Ländern Afrikas wird sehr lebensnah geschildert. Einzelne Schicksale werden authentisch dargestellt. So z. B. die Geschichte von einem Südafrikaner, der im Township aufwächst und Mitglied einer kriminellen Gang wird. Schließlich wendet sich seine „Karriere“ doch zum Positiven und er kann sich als Segler beim „America Cup“ behaupten. Der Autor hat viele Menschen getroffen, die nach dem „Prinzip Trotzdem“ leben und Erstaunliches leisten.
Ich kann das Buch sehr empfehlen, wenn ihr Lust habt, gedanklich eine Reise durch das heutige Afrika zu machen.
In einem weiteren Buch: “Mein afrikanisches Tagebuch“ schreibt Marietta Slomka ihre persönlichen Erlebnisse auf, die sie mit ihrem journalistischen Hintergrundwissen beleuchtet. Ihre Reise durch Afrika ist von der Frage begleitet, wie es sein kann, dass Afrika so reich an Bodenschätzen ist und die Menschen dennoch in sehr armen Verhältnissen leben. Das Reisetagebuch von Marietta Slomka bedient nicht das Klischee von Safari-Kulisse und Slums. Die Gespräche mit Dorfbewohnern, Unternehmern, z. B. aus der Touristikbranche oder auch Umweltaktivisten geben ein lebendiges, aktuelles Bild vom Leben im Spannungsfeld zwischen Arm und Reich.
 
Nun stelle ich euch ein Buch zu Japan vor, kein typischer Reise- oder Kulturführer und kein Benimm-Regelwerk, aber doch ein bisschen von allem...
Kerstin Fels Buch hat den Titel: Fettnäpfchenführer Japan: Die Axt im Chrysantemenwald“ In 50 Episoden können wir einer fiktiven Handlung folgen: Ein Familienvater reist aus beruflichen Gründen nach Japan, gerät in ausgesprochen peinliche Situationen und betritt mehrfach das „ Minenfeld japanischer Etikette“. Die Autorin beschreibt dies ungemein witzig und zugleich spannend. Die einzelnen Episoden werden durch Hintergrundinformationen und Tipps ergänzt. So entsteht ein „Japan-Knigge“ der besonderen Art und der Leser erhält auf unterhaltsame Weise einen Einblick in das Leben im Fernen Osten.

Des Weiteren haben wir ein Buch zur aktuellen Lage im heutigen Russland angeschafft:
Thomas Roth, bekannt als ARD-Korrespondent in Moskau, zeigt uns das „wahre Gesicht einer Weltmacht“. Er schreibt eine spannende Reportage über seine Reisen quer durch das Land. Er spricht mit den „Mächtigen“ aus Politik und Wirtschaft sowie mit den „Menschen aus dem Volk“. So erfahren wir viel über das große, vielfältige Russland und wir können als Leser mehr Verständnis für die russische Seele entwickeln. Absolut empfehlenswert!
Zuletzt empfehle ich euch noch ein Buch, dass Hülya Özkan geschrieben hat. Mit ihr reisen wir zu ihrer schrecklich netten türkischen Familie. Das Buch heißt:“ Güle, güle Süperland!“.

Die Eigenheiten und Lebensgewohnheiten ihrer türkischen Familie werden uns humorvoll und warmherzig geschildert. Mit einem feinen Blick für die Unterschiede erzählt die Autorin von ihren Verwandtenbesuchen. Eines ist nach der Lektüre klar: Ihre schrecklich nette türkische Familie ist vor allem eins: Einfach „süper“!
Ich freue mich weiterhin auf viele Leserinnen und Leser und danke euch für euer Interesse!

19.05.2011, Frau Kanitz (Biblioth.)

Ein Blutsbruder zu Gast im Schulzentrum Utbremen - Klasse organisiert Autorenlesung


Am 21. März 2011 liest Michael Jentzsch, Autor des Buches „Blutsbrüder – Unsere Freundschaft in Liberia“, in der Europaschule S II Utbremen aus seinem Buch.

Die Auszubildenden zu Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (FaMI) im 1. Lehrjahr haben das Buch „Blutsbrüder“ nicht nur als Klassenlektüre gelesen und intensiv diskutiert, sie haben auch mit viel Engagement eine Autorenlesung organisiert. Neben den praktischen Vorbereitungen haben sie durch Kuchen- und Waffelverkauf in der Pausenhalle Spendengelder eingenommen, die einem Kinderdorf in Liberia zukommen.
 
Liberia ist das Land, in dem die Geschichte der „Blutsbrüder“ 1983 beginnt. Hier begegnen sich der deutsche Missionarssohn Michael Jentzsch und der Liberianer Benjamin Kwato Zahn zum ersten Mal. Hier wachsen sie zusammen auf, durchstreifen den Dschungel, angeln, jagen und schließen Blutsbrüderschaft. Der Ausbruch des Bürgerkrieges im Frühjahr 1990 beendet die Freundschaft abrupt. Michaels Familie flieht und kehrt nach Deutschland zurück. Nach einer schwierigen Eingewöhnungszeit in Bremen wird Michael erfolgreicher Basketballprofi und später Lehrer für Sport und Englisch. Ben erlebt in seinem Heimatland Chaos, Hunger und entsetzliche Gewalttaten, er wird als Kindersoldat zwangsrekrutiert, kann fliehen und entgeht oft nur um Haaresbreite dem Tod. Erst 14 Jahre später gelingt es Michael, seinen Freund ausfindig zu machen und beide schreiben gemeinsam ihre Geschichte auf.
 
 
Das auf diese Weise entstandene Buch wurde am 21.03.2011 im Rahmen des Anti-Rassismus-Tages an der Europaschule S II Utbremen vorgestellt. Sehr viele Schüler nahmen die Chance wahr und kamen zu der für den Nachmittag angesetzten Lesung. In der mit ca. 150 Personen vollbesetzten Caféteria präsentierte Michael Jentzsch seine Geschichte, zeigte Bilder von den Orten seiner Kindheit vor und nach dem Bürgerkrieg und las Stellen aus dem Buch. Immer wieder trat er mit den Schülern in Dialog, um die Lebenssituation der Menschen und die Entstehung des Bürgerkriegs zu veranschaulichen. „Wer würde gerne 20.000 € in 5 Minuten verdienen?“, so lautete beispielsweise seine Einstiegsfrage, die dann etwas später auf überraschende Weise wieder aufgegriffen wurde. Ausnahmslos alle Zuschauer folgten dem Vortrag und der Lesung mit großer Faszination. Im Anschluss signierte Michael Jentzsch mitgebrachte und auf der Lesung erworbene Bücher, von deren Erlös ein Teil Benjamin Kwato Zahns Familie zu Gute kommt. Am Ende stand der Autor einigen Schülern für ein Interview zur Verfügung.
 
Hier gab er noch einige Informationen preis, die über das Buch und die Lesung hinausgingen. So zum Beispiel über die Entstehungsgeschichte des Buches. 2004 begann der Bremer Lehrer seine Lebensgeschichte aufzuschreiben – zunächst um sie als Unterrichtsmaterial zu nutzen. Nach einer Unterbrechung schrieb er dann in den Sommerferien 2007 weiter.
Von 52 Verlagen, denen er das Manuskript zugeschickt hatte, sagten 51 ab, weil es ihnen zu brutal war. Bens Manuskript in Liberia ging durch eine Pleite des Abtippverlages verloren und so diktierte er Michael seine Textteile am Telefon. Doch trotz aller Probleme wurde das Buch ein voller Erfolg. Gleich nach dem Verkaufsstart stand es auf Platz 25 der Spiegel- Bestsellerliste. Außerdem wurden Michael und Ben zu Stern-TV und in diverse Talkshows eingeladen. Ben bekam von einem spendablen Zuschauer ein Haus geschenkt und sein Sohn konnte nach einer schweren Handverletzung kostenlos in Bremen operiert werden.

Ben kam mit zwei Taschen nach Deutschland und reiste mit sechs Koffern voller Geschenke (Beamer, Laptop, Handy, usw.) wieder ab. In Liberia betreibt er mittlerweile ein Kino.

Michael war noch zweimal in Liberia, aber seine alte Heimat ist zerstört. Er darf nicht mehr ohne Bodyguard dort hin, weil es zu gefährlich ist. Doch trotz allem, meint er, ist Afrika seine Bestimmung.

19.05.2011, Klara Jänicke (FaMI10), Anja Bollen (FaMI10)